Comic: Wenn der Regen aufhört

Bleistift, Tusche, digital, 172 Seiten, A4, 2025.

Exposé:

Eine verregnete Stadt in Deutschland. Dort lebt die chinesische Migrantin Yufan auch nach ihrem Kunststudium. Während andere in größere Städte ziehen, in ihre Herkunftsländer zurückkehren oder in der Stadt zu bleiben beschließen, kann sich Yufan schwer entscheiden, wie es weitergehen soll. Die Fort- und Rückschritte in Yufans Plänen reflektieren die prekäre Rastlosigkeit des Aufenthalts und Umziehens im Alltag von Migrant*innen, aber zelebrieren auch das Finden von Solidarität und Gemeinschaft.

Der Comic hat den Herzenscomic-Preis beim GINCO-Award 2026 gewonnen.

Laudatio GINCO-Award 2026:

“In sanfter Tuschezeichnung und grauem Bleistift erzählt Wenn der Regen aufhört von Jiaqi Hou vom Feststecken, Warten und Trauern, bevor der Verlust überhaupt stattgefunden hat. Wir folgen Yufan, einer chinesischen Migrantin und ehemaligen Kunststudentin, die in einer deutschen Kleinstadt lebt, aus der alle wegziehen oder darüber nachdenken. Nur wohin? Die Grauschattierungen werden immer wieder durchbrochen von einer goldenen Farbe, die mal freundlich, mal bedrohlich wirkt. Wie auch die Heimatstadt, je nachdem, ob die Sonne scheint und Yufan mit Freund:innen im Park sitzt oder ob Yufan an der Ampel behandelt wird, als gehöre sie nicht zu Deutschland. Zusammen mit der Schmuckfarbe gibt es ein Motiv, das sich durch die gesamte Geschichte zieht: Wasser. Die Geschichte eröffnet und endet an einem regnerischen Tag, im Atelier gibt es undichte Fenster, durch die immer mehr Wasser eindringt – gekonnt verbindet Jiaqi Hou das Motiv mit komplexen Themen zu einer beklemmenden Stimmung von nationalistischer Abschottung, Kulturkürzung und regressiver Klimapolitik. Der Wasserpegel steigt. Die Lichtblicke finden sich in der Freund:innenschaft. All das macht Wenn der Regen aufhört eine Graphic Novel, die unbedingt jetzt gelesen werden sollte. Bevor uns das Wasser bis zum Hals steht.”

– Noëlle Kröger

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